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SWTOR Developer Blog – Das 6. Prinzip: Teil 2

Vor ein paar Tagen erschien auf der offiziellen SWTOR Seite ein neuer Lore-Beitrag im Rahmen der Serie „Developer Blog“. Dabei handelte es sich allerdings nur um den 1. Teil.

SWTOR Developer Blog – Das 6. Prinzip: Teil 2

Nun wurde aber auch der 2. Teil von Bioware veröffentlicht. Folgend könnt Ihr Euch die Kurzgeschichte der Entwickler in aller Ruhe durchlesen.

Blizzard PosterBioware on SWTOR Developer Blog (Source)

Das 6. Prinzip: Teil zwei

Surros Team kroch auf dem Felsvorsprung entlang, um Bowenns Mann unten zu verfolgen. Garault war weiter hinten geblieben, sein Gesichtsausdruck noch immer starr vor Schock über Danaks Tod. Aber er bewegte sich – mehr konnte Surro nicht von ihm verlangen. Der Soldat eilte in eines der grauen Zelte auf der hinteren Seite des Lagers. Die purpurroten Banner des Imperiums umrahmten den Eingang.

„Ivo muss da drin sein“, flüsterte Landai.

Surro nickte und zog ihr Makrofernglas hervor, um sich das Ganze näher anzusehen. Das Zelt war wie erwartet nur spärlich mit einem einfachen Metalltisch und ein paar Stühlen eingerichtet. Außer dem Soldaten, dem sie gefolgt waren, waren noch drei weitere Imperiale in dem Raum. Ein blauer Twi’lek saß auf einem der Stühle. Er sah nervös aus, seine gelben Augen huschten schnell von einem Soldaten zum nächsten. Seine verschlissene Zivilkleidung ließ Surro darauf schließen, dass es sich bei ihm um Ivo handelte.

„Erkennt Ihr ihn?“, fragte Surro und gab das Makrofernglas an Landai und Onok weiter.

Landai schüttelte den Kopf. „Ganz schön nervös, oder?“

„Sieht nach einem Balmorraner aus“, sagte Onok. „Ich kann mich nicht erinnern, ihn auf Patrouille gesehen zu haben.“

Garault nahm stumpf und mit leicht zitternder Hand das Makrofernglas. Surro wartete auf seine Einschätzung, doch der Jedi schwieg.

„Was sollen wir tun?“, fragte Landai.

Surro atmete tief ein. Sie konnte die Ungeduld der anderen spüren. Selbst Onok, der so ruhig und unscheinbar war, wollte Blut sehen. Es war leicht, diesem Verlangen nachzugeben. Aber sie waren Jedi. Vielleicht etwas ungewöhnliche, aber immer noch Jedi. Doch Ivo war wirklich ein Problem. Es war ihm gelungen, ihren besten Späher zu entdecken, und er wurde offensichtlich vom Imperium bezahlt. Er musste ausgeschaltet werden, aber nicht unbedingt mit dem Lichtschwert.

„Er hat die Credits genommen“, murmelte Garault. Er presste das Makrofernglas fest an sein Gesicht. Surro war sich sicher, dass es auf seiner hellen Haut Druckstellen hinterlassen würde.

„Wir brauchen mehr Informationen“, drängte Surro.

Landai seufzte und rieb sich die Augen. „Die werden wir nicht finden, indem wir hier herumsitzen.“

„Er bewegt sich“, sagte Garault. Ivo verließ das Zelt und sah sich unruhig um, als er zum Ausgang des Lagers eilte.

„Bleiben wir an ihm dran. Mal sehen, wo er uns hinführt“, befahl Surro. „Nicht angreifen, selbst, wenn es möglich wäre. Ich werde die Situation beurteilen. Wir tun das, was für die Mission am besten ist.“

Es war nicht leicht, Ivo zu folgen. Surro war davon ausgegangen, dass sie einfach dem Geräusch des Repulsorlift-Antriebs seines Gleiters folgen konnten, doch der Twi’lek zog es vor, zu Fuß durch die Dunkelheit zu streifen. Da er ein paar Mal kehrtmachte, befürchtete Surro, dass er sie entdeckt hatte. Als er dann aber schließlich doch weiterging, schien es eher seine alltägliche Paranoia gewesen zu sein. Und wer könnte sie ihm verübeln – schließlich wurde er tatsächlich verfolgt.

Trotz seiner Größe und seines psychischen Zustands war Garault so leichtfüßig und leise wie der Rest des Teams. Surro versuchte, ihn nicht anzublicken und nicht daran zu denken, wie Danaks Kopf zur Seite zuckte, als Bowenn ihn mit dem Blaster erschoss. Es war geschehen. Surro kannte Jedi, die ein ganzes Leben damit verbracht hatten, an ihren Entscheidungen zu zweifeln und sich zu fragen, ob sie das „Richtige“ getan hatten. Aber das Richtige war irrelevant. Durch strenges Training hatte sie gelernt, sich von ihren Emotionen zu befreien. Dieser mentale Zustand brachte Klarheit und so konnte Surro ohne Vorurteile oder Leidenschaft handeln. Überlegungen brachten nur Zweifel … und die waren ein Nährboden für weit gefährlichere Emotionen.

Nach einem Marsch von zwei Stunden kam eine kleine Hütte ins Blickfeld. Surro gab den anderen das Zeichen, stehenzubleiben, als Ivo hinter der Tür verschwand.

„Landai, geht um die Hütte. Seht nach, ob es einen Hintereingang gibt.“ Als die Mirialanerin nickte, wandte sich Surro an die beiden Männer. „Bewacht die Vorderseite, falls er versucht, zu fliehen.“

„Verstanden“, antwortete Onok. Surros Blick verharrte auf Garault, sie wartete auf eine Bestätigung. Nach kurzem Zögern erhielt sie ein Nicken.
Sie bewegten sich im Gleichschritt, schnell und völlig geräuschlos. Als sie in Position waren, gab Garault Surro das Zeichen, dass sie hineingehen konnte.
Ivo war gerade dabei, das Abendessen vorzubereiten, als Surro durch die Tür stürmte. Die Zeit schien erst langsamer zu werden, als sich seine gelben Augen weiteten, und dann wieder schneller, als er zu seinem Blaster sprang. Doch Surro war schneller. Stärker. Sie ergriff sein Bein und riss Ivo zurück. Sein Kiefer prallte mit einem brutalen Knacken auf den Boden.

„Keine Bewegung“, befahl Surro und zog eine Augenbraue hoch.

Ivo schwieg. In seinen Augen sammelten sich Tränen. Surro befürchtete, dass sein Kiefer gebrochen war. Sie lehnte sich zur Seite, um den Blaster zu nehmen. „Könnt Ihr sprechen?“

„Das hat wehgetan“, krächzte Ivo.

„Gut.“ Surro entspannte sich. „Beantwortet meine Fragen.“

Ivo zuckte vor Schmerz zusammen, als er nickte.

Surro ging im Inneren der Hütte auf und ab. „Ihr habt heute Abend einen Mann an ein imperiales Lager ausgeliefert. Warum?“

„Er war ein Spion.“

„Für wen?“

„Ganz offensichtlich für Euch“, spottete Ivo.

Surro verstummte. „Ich stelle meine Fragen nicht noch einmal.“

Ivo kauerte sich in eine Verteidigungsposition zusammen und bedeckte sein verletztes Gesicht. „Für den Widerstand! Für wen sonst?“

„Für wen sonst …“ Surro wiederholte leise seine Worte. „Ihr verratet Eure eigenen Leute?“

Ivo rümpfte angewidert die Nase. „Meine eigenen Leute werden diesen Planeten zerstören. Man kann nicht gegen das Imperium kämpfen. Das ist Selbstmord.“

„Was ist mit der Republik?“ hörte Surro plötzlich Garault hinter sich fragen. Sie atmete tief ein und hielt den Blaster noch etwas fester.

„Die Republik?“, fragte Ivo verwirrt. „Die hat uns im Stich gelassen, ganz egal, wie man die Sache sieht.“

Surro konnte Garaults Zorn spüren und sah die Bilder, die sich in seinem Kopf abspielen mussten. „Wie habt Ihr ihn gefangen?“

„Ich bin ruhig. Die Leute bemerken mich nicht.“ Ivo spuckte blutigen Speichel aus. „Ich habe beobachtet, wie Euer Mann um die Fabrik geschlichen ist. Ich habe eine Gelegenheit gesehen und die Aufmerksamkeit auf mich gelenkt.“

„Wie?“

Ivo zuckte mit den Achseln. „Ich habe so getan, als hätte ich mir das Bein gebrochen. Er ist wohl zu mir gekommen, um mir zu helfen, und dann habe ich ihn betäubt.“

Wellen dunkler Energie strömten aus Garaults Körper. Zum ersten Mal seit Jahren konnte Surro Angst spüren, echte Angst, die das Blut erstarren lässt.
„Wusstet Ihr, dass sie ihn hinrichten würden?“, drängte Garault.

Ivo antwortete nicht.

„Er wusste es“, flüsterte Surro. „Ihr wisst, dass er es wusste.“

Garault griff nach seinem Lichtschwert. Surro sprang vor Ivo. „Garault. Es gibt keine Überleg…“

„Lasst das“, knurrte er.

„Nur die …“

Garault hielt den glatten Durastahl-Griff in der Hand, aktivierte die Waffe und starrte Surro an. „Er war mein Bruder.“

„Ihr seid Jedi?“, keuchte Ivo.

Surro verharrte in ihrer äußerlich ruhigen Haltung und bot Garault den Blaster an. „Es gibt keine Überlegungen, nur die Pflicht.“

Garault hielt seine Hand über die Waffe, sein Gesicht vom Leid und Zorn verzerrt. Seine Fingerspitzen berührten das kalte Metall. Surros Herz schlug heftig in ihrer Brust.

Nach einem unendlich langen Moment fiel Garault auf die Knie und bewegte seine Hand vor Ivos Augen. „Ihr seid bei Eurer Rückkehr vom imperialen Außenposten gestolpert.“

„Ich bin bei meiner Rückkehr vom imperialen Außenposten gestolpert“, antwortete Ivo mit hohler und monotoner Stimme. Surro atmete aus und schloss ihre Augen.

„Ihr habt uns nie gesehen“, sagte Garault durch seine zusammengebissenen Zähne.

„Ich habe Euch nie gesehen.“

Die grellen Lichter der Straßen von Coruscant reizten Surros Augen. Sie eilte durch die Menge und wollte so schnell wie möglich in die Stille ihres leeren Apartments. Sie bog in eine Seitengasse ein, ging drei Blocks weiter und erreichte die Tür. Als sie den Zugangscode eingab, spürte sie, dass etwas nicht stimmte. Sie hatte das Kriegsgebiet von Balmorra schon vor Jahren verlassen, doch die Gefühle von dort verfolgten sie.

Surro trat in den dunklen Raum und wartete. „Was wollt Ihr?“

„Ich bin beeindruckt“, antwortete eine Männerstimme. „Ich kann mich normalerweise an jeden anschleichen.“

„Ich habe nicht viele Möbel.“

Er lachte leise und bewegte sich dann, um das Licht einzuschalten. Surro kniff die Augen zusammen, als der Raum plötzlich erhellt wurde. Der Eindringling lehnte mit verschränkten Armen gegen die Wand. Er trug eine rote Lederjacke und hatte kybernetische Implantate am linken Auge. „Wisst Ihr, wer ich bin?“

„Agent Shan.“

„Nennt mich Theron“, antwortete er. „Ihr habt mit Eurem Team auf Balmorra gute Arbeit geleistet. Ihr habt die Grundlage für weitere Erfolge gelegt. Ihr seid anders, als andere Jedi.“

„Ihr spielt auf unseren Spitznamen an“, sagte Surro mit etwas Verärgerung.

Theron nickte. „Das 6. Prinzip. Ein fehlendes Mantra aus dem Kodex der Jedi. Ziemlich kühn.“

„Warum seid Ihr hier?“

„Ich brauche Jedi mit dieser Denkweise.“ Theron stieß sich von der Wand ab und stellte sich vor Surro. „Mit dieser Hingabe zur Mission.“

Surro zögerte. Diese Nacht in der Hütte hatte Garault, Lanai, Onok und sie fest zusammengeschweißt. Sie wusste, dass sie ihr folgen würden, ohne Fragen zu stellen. Für einen ganz kurzen Moment fragte sich Surro, ob sie das auch sollten.

„Wohin?“

Theron gab ihr einen Bericht. „Ziost.“

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