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SWTOR Developer Blog – Die letzte Prüfung

Auf der offiziellen SWTOR Seite wurde nun wieder ein neuer Developer Blog mit dem Titel „Die letzte Prüfung“ veröffentlicht. Hierbei handelt es sich wieder um einen kleinen Lore-Artikel von Bioware.

SWTOR Developer Blog – Die letzte Prüfung

Folgend könnt Ihr Euch die Kurzgeschichte durchlesen, wir wünschen Euch viel Spaß dabei.

Blizzard PosterBioware on Developer Blog - Die letzte Prüfung (Source)

Lana Benikos Lider waren schwer, als sie erwachte. Der kalte Stein von Tulak Hords Grab hatte ihren Geist und ihren Körper geschwächt. Wie lange hatte sie geschlafen? Dem Schmerz in ihren Gliedern nach zu urteilen, nicht lange genug, doch sie befürchtete, es könnten sogar Tage gewesen sein. Hunger nagte in den Tiefen ihres Magens, aber Lana schüttelte das Gefühl ab. Sie musste weiter, sie musste suchen. Würde sie bleiben, wäre sie schon bald ein weiteres lebloses Relikt in diesem Grab. Dunkler Dreck sammelte sich unter Lanas Fingernägeln, als sie sich wieder aufraffte. Es war zugig, was ihre ohnehin schon spröden Lippen aufplatzen ließ.

„Ihr seid erwacht“, hörte sie eine heisere Stimme sagen. Lana hatte ganz vergessen, dass sie nicht allein war.

Bensyn, dessen rote Haut ihn sofort als reinblütigen Sith zu erkennen gab, kniete am Eingang der Nische, die sie als Ruheplatz ausgewählt hatten. Kagan lag immer noch schlafend neben ihm, das lange dunkle Haar verdeckte ihr Gesicht. Sie waren alles, was von der ursprünglichen Akolythen-Gruppe noch übrig war.

„Ja.“ Lanas Stimme klang in ihren Ohren seltsam fremd. „Wie geht es ihr?“

„Sie ist stabil.“ Bensyn strich das Haar von Kagans Stirn, um die tiefe Wunde freizulegen, die sich über ihr hübsches Gesicht zog. „Das wird eine Narbe geben.“

„Die Prüfungen hinterlassen immer ihre Spuren.“ Lana starrte in die Schatten und dachte daran zurück, wie die K’lor-Schnecken sie überwältigt hatten. Lana hatte noch versucht, einen Weg für die anderen Akolythen freizukämpfen, aber sie verloren Greck und Kagan hätte es auch fast erwischt. Ihr Arm schmerzte noch immer davon, wie sie sich durch den gewundenen Körper des Wurms gehackt hatte.

Wenn Harkun sie jetzt hätte sehen können … Lana biss die Zähne zusammen, als sie sich das hämische Lachen des Aufsehers vorstellte. Der Mann war ein Sadist. Lana war dabei gewesen, als er die Schwachen ausgemerzt hatte. Sie hatte sich immer wieder gesagt, dass das eben der Lauf der Dinge sei. Sie war still geblieben, als er sie beleidigt, geschlagen und gegeneinander aufgehetzt hatte. Warum sollte auch gerade sie, die Tochter eines der berühmtesten Unternehmer auf Dromund Kaas, sich um eine Gruppe Sklaven scheren?

Weil sie Sith waren und alles überstanden hatten, womit Harkun sie malträtiert hatte. Sie hatten Lana beeindruckt und sie wollte unbedingt Harkuns Gesichtsausdruck sehen, wenn er erfuhr, dass sie zusammengearbeitet hatten, um seine letzte Prüfung zu meistern und Tulak Hords Helm zu finden. Eine Aufgabe, die er für unlösbar hielt.

Kagan regte sich. Bensyn half ihr dabei, sich aufzusetzen. „Könnt Ihr Euch bewegen?“

Sie lächelte. „Mir bleibt wohl nichts anderes übrig.“

Bensyn bot Kagan an, sich an seiner Schulter abzustützen und die drei verließen die Nische. Mit ihrem Durastahl-Vibroschwert in der Hand führte Lana sie in einen dunklen Durchgang, an dessen Ende sie die Kammer mit der Rüstung von Tulak Hord vermutete. Das Grab, das einst voller rätselhafter Artefakte gewesen war, war durch Räuber und die Akademie nahezu vollständig leergeräumt worden. Es gab aber immer noch ein paar Stellen, die noch nicht erkundet worden waren. Lana hatte den Symbolen, die auf den Steinwänden eingeritzt waren, entnommen, dass ihr Ziel direkt voraus sein sollte.

Selbst ihre äußerst vorsichtigen Schritte lockerten die Steine, die sich im Laufe der Zeit auf dem Boden angesammelt hatten. Lana unterdrückte ein Husten, als der Staub in ihre Nase und Lunge kroch, und kniff die Augen zu, um den Weg zu erkennen.

„Wir brauchen Licht“, flüsterte Kagan von hinten.

Lana zögerte. In ihrem jetzigen Zustand würden sie keinen weiteren Angriff überleben.

Bensyn spürte Lanas Zögern und gab zu bedenken: „Die Bestien kommen mit oder ohne Licht. Wäre sicher nicht schlecht, sie wenigstens sehen zu können.“
Lana gab nach und zog einen leuchtenden Kristall aus ihrer Tasche. Im Gang lagen Teile einer umgestürzten Säule, ansonsten war er aber frei. Kagan, deren Haut immer blasser und feuchtkalt wurde, zuckte zusammen, als Bensyn und Lana ihr über den Schutt halfen. Lana versuchte, ihren Puls ruhig zu halten. Wenn sie es schaffen wollten, musste sie sich voll auf ihre Aufgabe konzentrieren und ihre Angst in produktive Energie umwandeln.

Als sie das Ende des Gangs erreichten, hielt Lana den Kristall hoch, um so viel wie möglich von der Kammer zu sehen. Sie seufzte. Alles war in Trümmern. Auf dem Boden lagen überall zerbrochene Tafeln und beschädigte und längst vergessene Statuen schienen bei der ersten Berührung einstürzen zu können. Es würde Stunden dauern, alles durchzusehen, aber wenn der Helm hier war, würde es sich lohnen.

„Kagan, ruht Euch eine Weile aus. Bensyn und ich werden die größten Teile beiseite räumen.“ Ihre Mitstreiterin wollte schon protestieren, doch Bensyn bat sie eindringlich darum, sitzen zu bleiben.

Lana schloss ihre Augen und nutzte die Macht, um mit letzter Energie eine der Tafeln zur Seite zu schieben.

„Seid ihr sicher, dass er hier ist?“, fragte Bensyn, der vor lauter Konzentration schwer atmete.

„Sicher ist hier überhaupt nichts“, antwortete Lana. „Aber das ist unsere einzige Spur.“

Sie arbeiteten eine Weile still vor sich hin und räumten die Trümmerteile einzeln zur Seite, bis endlich zu erkennen war, in was für einem Raum sie sich befanden. Anhand der Tafeln, die noch übrig waren, schloss Lana, dass sich in dieser Kammer einst Hords wertvollste Artefakte befunden hatten. Der Helm sollte also hier sein, sie hoffte nur, dass er nicht von den heruntergefallenen Steinen zerquetscht worden war. Als sie ein Statuenbruchstück vom Boden aufhob, spürte sie plötzlich, wie Bensyn sich neben ihr anspannte und hektisch zu seinem Vibroschwert griff.

„Zurückbleiben!“ Irgendetwas kreischte hinter ihr.

Lana drehte sich um und sah eine zitternde und völlig verdreckte Zabrak, die einen Dolch an Kagans Kehle hielt. Es war nur eine einfache Klinge, doch sie würde ohne Weiteres ausreichen, um Kagan sofort zu töten. Bensyn blieb mit zitternden Händen stehen. Die großen runden Augen der Zabrak wanderten zwischen Lana und Bensyn hin und her. Ihr Mund war mit verkrustetem Blut verschmiert.
„Wir wollen Euch nichts tun“, sagte Lana und hob die Hände.

Die Lider der dunklen Augen der Zabrak waren schmal und fast transparent. Sie starrte Lana an und schien einzuschätzen, welche Bedrohung sie darstellte. Kagan rang nach Luft, ihre Angst war greifbar.

„Wie heißt Ihr?“ Lanas Stimme klang weich und beruhigend.

Die ungewaschene Haut runzelte sich, als die Zabrak über ihre Frage nachdachte. Als sie sprach, klang sie frustriert und verängstigt. „Suchen, immer nur suchen. Wie kleine Wumpratten mit schnüffelnden Nasen klaubt Ihr alles auf, was Euch nicht gehört. Was Euch nie gehören kann. Es hat einen Preis. Einen Preis, wenn man diese Dinge hat. Die Schätze. Ihr habt ihn nicht bezahlt. Ich war einmal so wie Ihr.“

„Ihr wart ein Akolyth?“, fragte Bensyn.

Die Zabrak starrte vor sich hin und schien in Gedanken zu versinken. „Aber dann zahlte ich den Preis. Ich …“ Die Klinge an Kagans Kehle senkte sich leicht.
Kagan nutzte den Moment und rammte der Zabrak ihren Ellenbogen in die Nase. Schwarzes Blut spritzte über ihr Gesicht. Bensyn und Lana hielten sich die Ohren zu, als ein hoher Schrei den Raum durchfuhr. Steine und Bruchstücke alter Statuen flogen durch die Luft und Dreck prasselte auf sie nieder.
„Kagan!“ Bensyn streckte die Hand aus und griff das Mädchen, das von der Zabrak wegkroch, die sich immer noch vor Schmerzen wand.

Lana sprang zu ihrem Vibroschwert. Sie umfasste das Heft und stellte sich über die zusammengesunkene, wimmernde Kreatur. Graue Hände mit spitzen Fingernägeln versuchten fieberhaft den Schmerz und die Blutung zu stoppen. Lana schluckte schwer, die Zabrak stank nach verfaultem Fleisch. Als sie ihr Schwert erhob, um zuzuschlagen, verspürte sie einen ungewohnten Anflug von Mitleid. Sie folgerte aus den Lumpen und alten Trainingsstiefeln, dass die Zabrak einst wie sie selbst gewesen sein musste. Ein Akolyth, den man in die Gräber geschickt hatte.

Lana nahm die Waffe herunter und flüsterte: „Frieden gibt es nicht, nur Leidenschaft.“

Die Augen der Zabrak weiteten sich. Der Schmerz war vergessen. „Durch Leidenschaft erlange ich Stärke.“

„Durch Stärke erlange ich Macht.“ Bensyns tiefe Stimme hallte durch den Raum.

Kagan sah zu ihm auf und dann wieder zu Lana und der Zabrak. „Durch Macht erlange ich den Sieg.“

Gemeinsam beendeten alle vier Akolythen den Kodex. „Durch den Sieg zerbersten meine Ketten. Die Macht wird mich befreien.“

Die folgende Stille war so angespannt und zerbrechlich wie die zerfallenden Mauern um sie herum. Lana trat einen Schritt zurück und wandte sich von der Zabrak ab. „Geht.“

Sie kroch weg und presste den Dolch an ihre Brust. Bensyn trat an Lanas Seite und sah zu, wie die Zabrak in der Dunkelheit verschwand. „War das klug?“

„Wahrscheinlich nicht“, gab Lana zu. „Aber sie ist eine von uns.“

Bensyns Kiefer spannte sich an. „Ich passe auf. Findet den Helm.“

Lana ging wieder an die Arbeit und räumte die Trümmer in der Kammer beiseite. Als sie zu müde wurde, um sich weiter zu konzentrieren, rollte sie Steine zur Seite, bis ihre Hände taub wurden und ihre Gelenke pochten. Das Tal der Dunklen Lords war kein Ort für das Konzept der Zeit. Sie wurde einfach verbraucht wie ihre Energie und ihr Ehrgeiz. Als Lana kurz davor war, zusammenzubrechen, erblickte sie ihn in einer Ecke: Tulak Hords Helm. Ihre Füße trugen sie zu ihm und ein Seufzer drang über ihre ausgetrockneten Lippen: „Ich habe ihn gefunden.“

Bensyn blickte auf, doch Kagan regte sich nicht. „Was?“

Lana schloss ihre Augen und spürte, wie Erleichterung ihre Sinne durchströmte, als sie das glatte Metall des Helms berührte. Mit zitternden Fingern hob sie ihn vom Boden auf und brachte ihn zu den anderen Akolythen. „Das ist er.“

Als Bensyn vorsichtig über die Rillen und Furchen des Helms strich, konnte man ein ungewöhnliches Lächeln auf seinem Gesicht erkennen. „Sieh nur, Kagan …“

Sie konnte die Augen kaum öffnen, doch Bensyn hob ihren Arm, damit sie den Triumph wenigstens spüren könnte. „Können wir jetzt nach Hause?“

„Wir können nach Hause“, bestätigte Lana.

Da sie nun so schnell wie möglich die Oberfläche erreichen wollten, beschlossen sie, umgehend aufzubrechen. Bensyn stützte Kagan, während Lana vorausging und dabei einen Arm schützend um ihren Schatz legte. Sie versuchte, nicht an die K’lor-Schnecken und an Kagans Haut zu denken, die mittlerweile gefährlich blass geworden war. Sie würden es schaffen. Das musste sie einfach glauben.

Sie kamen an der Nische vorbei und nahmen einen anderen Tunnel, um die Nester zu umgehen. Da sie hören konnte, wie schwer sie atmeten, blickte Lana über ihre Schulter nach hinten zu Bensyn und Kagan. Er trug sie jetzt. Die Wunde auf Kagans Stirn glänzte eitrig und roch süßlich. „Sollen wir anh…“
„Geht weiter“, bellte Bensyn. Es gab nichts, was sie hier für sie tun konnten.

Lana drehte sich wieder um und im selben Augenblick, stürmte eine skeletthafte Figur aus den Schatten. Lana fiel zurück und spürte einen stechenden Schmerz in ihrem Unterarm. Knochige Beine stolperten über sie. Lana riss die Augen auf und sah, wie sich ein Dolch, den sie nur zu gut kannte, in Kagans Brust senkte. Die blassen Lippen ihrer Freundin öffneten sich noch für einen letzten Atemzug, bevor sie in Bensyns Armen zusammensackte. Der Sith starrte auf die immer größer werdende Blutlache am Boden.

Die Zabrak zerrte den Dolch wieder heraus und stach auf Lana ein. „Der Preis!“, schrie sie auf und streckte den Arm nach Hords Helm aus. Ohne zu zögern rollte Lana nach hinten und schmetterte ihr Vibroschwert auf den Hals der Zabrak. Ein widerliches Knirschen war zu hören. Der ausgemergelte Körper fiel leblos zu Boden.

Bensyn sank auf die Knie. Seine Rüstung war von Kagans Blut getränkt. Ihre noch halb geöffneten Augen sahen durch ihn hindurch. Lana konnte seine Wut spüren, die nun auf seinen Schock folgte. Er umklammerte Kagans Schultern und schloss seine Augen.

Sie bereitete sich auf seinen Angriff vor. Aber er kam nicht. Lana spürte, wie sein Zorn ebenso schnell verflog, wie er aufgekommen war. Bensyn presste Kagans Körper an seine Brust und zwang sich auf die Beine. „Gehen wir.“

„Bensyn. Sie ist …“

„Als wir dieses Grab betraten, sagtet Ihr, dass wir es nur schaffen könnten, wenn wir zusammenarbeiten … Ihr hattet Recht. Wir haben den Helm gefunden.“ Zwei rote Finger schlossen Kagans Augen. „Wir verlassen diesen Ort gemeinsam.“

Lana nickte. Sie betrachtete noch ein letztes Mal die Zabrak, die zu ihren Füßen lag. Dann gingen sie weiter nach oben.

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